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Materialien

Schurwolle

In fast allen Ländern der Erde werden Schafe gehalten. Aber nur ca. 30 dieser Länder bringen Wolle in größeren Mengen in den Handel. Die Weideflächen in Europa sind aufgrund der intensiven Industrialisierung und der Überbevölkerung zusammengeschrumpft. So ist Europa wesentlich auf die Wolleinfuhr aus Übersee angewiesen.

Schafzucht in großem Stil wird in Australien, Neuseeland, Südafrika, Argentinien, Uruguay, Indien, der Türkei und Großbritannien, nicht zu vergessen in der Volksrepublik China und der Sowjetunion, betrieben, wobei Australien und die Sowjetunion zahlenmäßig die größten Herden haben. Australien ist der größte Wollproduzent der Welt mit über 156 Mio. Schafen, davon rund 75% Merinos. Zur Zeit gibt es auf der Erde knapp eine Milliarde Schafe und etwa 450 verschiedene Rassen.

Die Weltproduktion liegt zur Zeit bei jährlich 1,8 Mio. Tonnen Wolle (Basis reingewaschen).

Nur die vom lebenden Schaf geschorene Wolle ist Schurwolle

Die Schur erfolgt so, dass ein geschlossenes Vlies bleibt. Dieses Vlies kann je nach der Schafrasse 1-5 kg wiegen. Das Vlies wird nach besserer und schlechterer Wolle sortiert bzw. berissen. Der Fachmann unterscheidet 6 verschiedene Wollen am Vlies, und nur die besten werden für Bekleidung und Heimtextilien verarbeitet.


Die zwei großen Wollkategorien

Merino-Wolle: In diese Kategorie fällt die feinste Wolle der Welt. Es ist Wolle mit äußerst stark gekräuselten Fasern (für feine Damen- und Herrenstoffe, elegante Strick- und Wirkwaren, Wäsche, Schals, Strümpfe u. ä. geeignet).

Kreuzzucht-Wolle: Wolle von mittlerer Feinheit, mit längeren, nicht ganz so stark gekräuselten Fasern, hervorragend geeignet zu sportlicher, strapazierfähiger Kleidung, zu rustikalen Stoffen und Strick- und Wirkwaren, bis zu gröbsten Kreuzzuchtwollen, die besonders zur Teppichherstellung geeignet sind.


Feine Tierhaare

Innerhalb der Wollsiegel Qualitätsrichtlinien sind die "feinen Tierhaare" der Reinen Schurwolle gleichgesetzt. Erzeugnisse aus diesen feinen Tierhaaren können mit dem Wollsiegel gekennzeichnet werden.

Alpaka: Ein aus dem Lama gezüchtetes Tier, das in den südamerikanischen Anden-Hochländern gehalten wird (Alpaka-Haare).

Kamel: Wüstentier, das in Asien, Nordafrika und Teilen Rußlands lebt. Unter dem Fell hochfeines Unterhaar (Kamelhaar).

Kaschmir: Haare von der Kaschmir-Ziege aus Ostindien und dem Himalaja. Sehr zarte Haare in weiß, grau und bräunlich.

Mohair: Ebenfalls von einer Ziegenart, der Mohair-Ziege. Langlockige, glänzende, weiße Haare, viel zu Strickwaren, Plaids und Stoffen mit Strichausrüstung verwendet.

Lama: Abkömmling des Schafkamels, das in Südamerika lebt (Lama-Haar).

Vikunja: Wahrscheinlich eine Wildform des domestizierten Alpacas, im westlichen Südamerika zu Hause. Diese Haare sind dem Lama-Haar sehr ähnlich.

Angora: Haare des Angora-Kanin, einer asiatischen Zuchtrasse des Hauskaninchens. Sie sind sehr glatt, fein und leicht, rheumalindernd und wärmehaltend.

Quelle: Wolle - 2 Lehrstunden
Internationales Woll-Sekretariat, Düsseldorf

Naturprodukt Baumwolle

Der bedeutende Textilrohstoff wird aus den Samenhaaren von kultivierten Arten der Baumwollpflanze gewonnen. Bei der Reife (etwa 25-30 Tage nach der Bestäubung) platzen die nahezu walnussgroßen Kapselfrüchte auf, die weiße oder gelbliche bis bräunliche Samenwolle quillt heraus und bildet etwa faustgroße Bäusche. Neben den bis 5 cm langen, verspinnbaren Fasern (Langfasern, Lint) tragen die 5-10 dunkelbraunen, kaffeebohnengroßen Samen oft noch eine wenige mm lange, kurzfaserige, dicht anliegende Grundwolle (Filz, Virgofasern, Linters), die zu Zellstoff, Watte und Papier verarbeitet wird. Die Samen werden zu Öl verarbeitet.

Die Haupternteländer sind die VR China, die USA, Indien und Russland. Aber auch in Pakistan, Brasilien, der Türkei und Ägypten ist die Baumwolle ein wichtiger Exportartikel.

Die älteste Baumwollkultur wurde in Indien für das 3. Jahrtausend. v. Chr. nachgewiesen. Von Indien aus gelangte die Baumwolle nach China. Gleichzeitig wurde der Rohstoff auch von den Inkas in Mittel-Amerika angebaut. Im 8.-10. Jahrhundert führten die Araber die Kultur der Baumwolle von Persien aus in Nord-Afrika, Sizilien und Süd-Spanien ein.

 

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